Wiedersehen in Israel


Der Gegenbesuch des Israelaustauschs fand vom 26.03. bis zum 05.04.2017 statt.

Die ersten zwei Tage haben wir, d.h. 20 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer des TFGs, ohne die israelische Delegation im Kibbuz Nes Ammim verbracht. Das Kibbuz ist ein neutraler Ort, an dem sowohl Juden, als auch Christen und Muslime willkommen sind. In dem Kibbuz arbeiten hauptsächlich Freiwillige aus verschiedenen europäischen Ländern, die sich besonders für den Dialog zwischen den Religionen einsetzen und uns interessante Einblicke in ihre Arbeit vor Ort geben konnten.

Im benachbarten Kibuzz Lochamej haGeta`ot haben wir das Haus der Ghettokämpfer besucht, das 1949 von Überlebenden des Holocausts gegründet worden ist und als erstes Museum in Israel den Opfer des Holocausts und den jüdischen Widerstandskämpfern gedachte.

Am Dienstag wurden wir von unseren Austauschpartnern abgeholt und sind zu unserer Partnerschule Ha`emek Hama`aravi nach Yifat gefahren. Dort haben uns die Gastfamilien und die Schulleiterin mit einer Willkommensfeier herzlich in Empfang genommen.

Am nächsten Tag sind wir nach Jerusalem gefahren, um gemeinsam die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt, Yad Vashem, zu besuchen. Besonders ergriffen waren wir vom Denkmal für die Kinder, einem dunklen verspiegelten Raum mit fünf sich reflektierenden Kerzen, die einen Sternenhimmel entstehen lassen. Das im Hintergrund laufende Tonband, das Namen, Alter und Geburtsort der 1,5 Millionen Kinder abspielt, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, benötigt insgesamt drei Monate, um einmal in Gänze abgespielt zu werden.

Nach diesem emotionalen Gang sind wird anschließend in die faszinierende Altstadt Jerusalems gefahren, um die Grabeskirche und die Klagemauer zu besichtigen und über den belebten Bazar zu schlendern.

Wie abwechslungsreich die Flora und Fauna Israels ist, konnten wir auf der Fahrt in Richtung Süden eindrucksvoll sehen. Es ging in die Wüste, wo der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen, einem Lagerfeuer und einer Übernachtung in Beduinenzelten stimmungsvoll abschlossen wurde. Am nächsten Morgen konnten wir auf Kamelen reiten und haben anschließend die ehemalige jüdische Festung Masada bestiegen. Diese zählt heute zum Weltkulturerbe und bietet eine phantastische Sicht auf das Tote Meer, in dem wir am Nachmittag baden konnten.

Die zwei darauffolgenden Tage wurden individuell in den Gastfamilien verbracht. So sind viele Familien nach Nazareth, Tel Aviv und an den Strand gefahren. Abhängig von der Religiosität der Gastfamilien, konnten einige von uns am Freitagabend den Shabbat mitzufeiern. Eine besondere Erfahrung!

In der zweiten Woche besuchten wir die bekannten Hafenstädte Jaffa, Tel Aviv, Haifa und Akko. Zudem gab es eine lustige Kanutour auf dem Jordan und eine Fahrt zum See Genezareth, wo Jesus einige seiner bekanntesten Wunder vollbracht und, mit Blick auf den Kinneret, die Bergpredigt gehalten haben soll.

Nach diesen ereignisreichen Tagen gab es am letzten Abend eine stimmungsvolle Abschiedsfeier, die Gelegenheit bot, auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken und danke zu sagen.

Auf dem Weg zum Flughafen haben wir noch einmal Halt in Zichron Ya`akov gemacht, einem hübschen Städtchen, das 1882 von jüdischen Einwanderern gegründet wurde.

Am Flughafen mussten wir uns unter Tränen von unseren israelischen Freunden verabschieden. Der Austausch hat uns viel Spaß gemacht und wir konnten sehr viel lernen. Vor allem das Eintauchen in fremde Kulturen, das Kennenlernen einer anderen Lebensart in den Gastfamilien und die Gespräche mit unseren Austauschpartnern, deren Familien und anderen Menschen vor Ort, haben uns besonders gut gefallen und sind wichtig für den christlich-jüdischen Dialog.

Wir sind sehr dankbar für die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir gemeinsam in Deutschland und Israel machen durften und danken allen, die diesen Austausch ermöglicht haben.

 

Von Lena Glade, Schülerin der 11. Klasse



Impressum | Home | Sitemap